„Plattdeutsche Klassiker lesen!“
Fritz Reuter: Kein Hüsung
gekürzte Hörspiel-Fassung
Orthographie Reuter mit Übers.
Orthographie Herrmann-Winter mit Übers.
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10. De Nacht
ERZÄHLER
Un Pingsten is ’t; mit gräune Rieser
sünd putzt de lütten, dürft’gen Hüser,
De Frühling kiekt mit siene Sünn
in ’t arme lütte Dörp herin,
Un Mann un Wief sitt vör de Dören
in Frieen unner gräune Mai’n
un seihn mit Lust, wie ehre Gören
sik ehres jungen Läwens freu’n.
Doch hier, up Daniel siene Süll,
dor sitt ein Mudder starr un still.
Ehr Kind spelt an ein’n annern Uurt,
denn ehr Gedanke, de sünd fuurt,
Un twischen hüt un twischen gistern,
dor har’n sik dichte Wulken lecht,
de ehr Gemäut un Sinn verdüüstern.
Sei wennt sik an denn Ollen un secht:
MARIK
Wat Räden! Wat Räden! Verståh sei, wer kann!
Wo schnurrig, wo sonderbor!
›Oh, wo schåd!‹ secht Oll Toppelsch un kiekt mi denn an
un stråkt mi de,dei Backen un ’t Hor.
›Oh, wie schåd!‹ secht de Möllerfru still vör sik hen
un geiht denn herut ut de Dör.
›Oh, wie schåd!‹ secht Oll Daniel un drückt mi de Hänn’,
›wenn sei anners doch wäsen ded!‹ –
Dat is, as wenn sei trurig sünd,
Un mi is so froh tau Sinn,