„Plattdeutsche Klassiker lesen!“
Fritz Reuter: Kein Hüsung
gekürzte Hörspiel-Fassung
Orthographie Reuter mit Übers.
Orthographie Herrmann-Winter mit Übers.
- 44 -
BRANDT
Bald is ’t mit mi gescheihn;
Ick kann min Kinner nich mihr seihn;
Doch ihrer mi de Ogen breken,
Kamt neger ’ran,
Marik, Jehann!
Ick will dat letzte Wurd nu spreken:
Jug einzigst Arwdeil is de Nod,
Jug einzigst Lohn dat däglich Brod;
De Arbeit is Jug einzigst Freud,
Ji sid Jug einzigst Ogenweid;
De heilig Schrift is, richtig lesen,
Hir un’n Jug einzigst Stütt un Staf,
Un wenn Ji nah ehr Vorschrift wesen,
Denn is Jug einzigst Trost dat Graww.
Känt Ji nich an Jug sülwst Jug freu’n,
Nich Dag för Dag mit Armaud ringen,
Ahn Afgunst, Macht un Rikdaum seihn,
Känt Ji dat trotz’ge Hart nich dwingen,
Nich jede Arbeit still verrichten
Ahn Wedderwürd’ un bös’ Gedanken
För jeden Herrn, ok för den slichten;
Känt Ji nich jeden Abend danken
Uprichtig för Jug sures Brod,
Denn wir ’t am Besten, Ji wir’t dod.
Un dat Ji legt an mine Städ’.
ERZÄHLER
Un swacker würd hei, as hei ’t säd,
Un höger geiht de kranke Bost,
Mit Mäuh noch kann hei Aten halen;
Dörch sine Glider tüht en Frost,
De letzt von alle Irdenqualen;