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Klaus Groth


Ol Büsum


Ol Büsen liggt int wille Haff,
De Floth de keem un wöhl en Graff.

De Floth de keem un spöl un spöl,
Bet se de Insel ünner wöhl.

Dar blev keen Steen, dar blev keen Pahl,
Dat Water schæl dat all hendal.

Dar weer keen Beest, dar weer keen Hund,
De ligt nu all in depen Grund.

Un Allens, wat der lȩv un lach,
Dat deck de See mit depe Nach.

Mitünner in de holle Ebb
So süht man vunne Hüs’ de Köpp.

Denn hört man sach de Klocken klingn,
Denn hört man sach de Kanter singn,

Denn geit dat lisen dær de Luft:
„Begrabt den Leib in seine Gruft."

„Ol Büsum“ ist im Oktober/November 1851 entstanden und seit der ersten Auflage des „Quickborn“ enthalten als erstes Gedicht in „Wat sik dat Volk vertellt“.
Abdruck nach: Klaus Groth: Quickborn. Volksleben in plattdeutschen Gedichten ditmarscher Mundart. 6. vermehrte und verbesserte Auflage. 1856. Seite 130 f.