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Klaus Groth


Spatz


„Lütt Ebbe, kumm ropper, hier babn na de Föst,
Krup ünner, ja kik mal, hier bu´t wi en Nest.
Du sittst as Gardrutjen ȩr Hahn ünnert Bett,
As en Mus in en Heeddis´, wa nett, o wa nett!" –

Du Spitzbov, du Gaudeef, man weg, ga man weg!
Weest noch vergangn Jahr? O wa slech, o wa slech!
Wa seet ik un brö, harr ni Korn oder Kröm,
Un Spatz flog to Dörp, räsonneer inne Böm.

Du Spitzbov! du Gaudeef! – „Lütt Ebbe, swig still,
Vuntjahr ward´t ganz anners: will mi bȩtern – ik will!
Mi steken de Fettdun – kumm, kik mal wa schön!
Vuntjahr ward dat anners, schast sehn, schast man sehn!

De Hadbar kumt bald, wahnt uns dicht œwern Kopp,
Bu´t en Hus as en Korf, stellt sik baben derop,
Op een Been, opt anner, de Nœs inne Flünk!
Wa klappert he fründli: Gudn Morn, Nawer Lünk!

Un denn schint de Sünn hier lankt Dack rein so blank,
Un denn treckt de Rok hier vunn Schösteen hentlank,
Un denn kumt Annstina mit Weten un Kaff:
Tuck, tuck! – Kikriki! un wi beidn krigt wat af.

Ok heff ik man sehn, hier de Koppel int Gras:
Nawer Anton will Rogg sei´n, dat kumt uns to pass;
Un denn hier de Bom vœr uns Kinner to fleegn,
Un wi merrn dermank, watn Vergnögn, watn Vergnögn!"

Du Spitzbov, lat sehn: dats dat Nest? dats dat Nest?
Mak to, un hal Feddern un Dun, dats dat Best!
Ol Anton sin Pudelmütz liggt günd achtern Tun:
Plück af, mak man to, lats man bu´n, lats man bu´n!

„Spatz“ entstand im März 1850 und ist seit der Auflage im „Quickborn“ enthalten.
Abdruck nach: Klaus Groth: Quickborn. Volksleben in plattdeutschen Gedichten ditmarscher Mundart. 6. vermehrte und verbesserte Auflage. 1856, Seite 71 f..