Schreibung:
Original 1865
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Johannes Wilhelm Boysen


Anne See


De Luch is hooch und still de Wind;
De Oabend kumt, dat´s Summertiit;
Dat grote Woater liggt, man finnt
Keen Enn derop, so flack und wiit.

Gemäli drift de Tiid herop,
De Waggen dünt und weegt sik lang
Un wültert leiteri den Kopp
As luter glȩri, glatte Slang´.

Daræver jirkt un kreit de Meew,
De Soalhund kikt nischieri uut,
De Dümmler spakkelt, springt, as bleew
He boaben geern, wiel neddn em gruut.

Nuu sackt de Sünn hendoal un dippt
In´t Haff und glittert rood as Glöd,
De Bülgen blenkert as bedrippt
Mit smölten Gold, de Wies se flödt.

Man kiikt un kiikt und denkt sik weg
Und dünkt sik knapp meer oppe Eer
Und drömt, man weet wovan nich rech,
Man drift un druust so hartli heer.

Quelle: Leeder und Stückschen in Ditmarscher Platt, 1865, S. 54 f. (online 〉〉)