Schreibung:
Original (1777) - Original (1825) 〉〉
Voß über sein Plattdeutsch 〉〉

Johann Heinrich Voß


De Geldhapers

Ene Veerlander Idylle. Up den Weg na Wansbäk

Steffen.
Oha! krieg wi nu Schatten! De Sünn de brennt ok gewaltig!
Dubbelten Koäm, wenn he dubber is, köhlt; man de Hoorner 1) is Fusel!

Franß.
Wes nich so nährig, Ohl! Lösch dienen Dörst in Morellen.
Een Pund minner wat schält dat voär unser eenen? In Wansbäk
Finn wie unse Kwatern, un morgen graw wi dat Erz ut.

Steffen.
Ah! wat is da to erzen! Wat Bäters gloäst bi den Alhoorn!
Unriep Erz, as de Harzer Keerl mit de Zitter di wiesmakt,
Brennt nich so blau; dat is Geld! Mi fählt man een Düwelsbanner,
Um mi den schwarten Köter to putjen, de jümmer de Tähn wiest.
 
Franß.
Mien Veerschillingskwatern is of so god, as im Büdel!
Een Swien keek int Finster, un een utʼt Finster: so drömdʼ ik.
Dörtig Jahr bün ik ohld! twee Swien! veer Ogen! elf Ruten!
[Een ging nemlich heidi, as ik mal mit de Hüll na mien Wiev smeet.]
Denkst du doäsige Joost, da solke Nummers verspälen?
 
Steffen.
Broder, da is mien Hand: wi gäwt uns beede de Hälfte!
Nödig deit et di ok; du verspälst noch Tinnen un Linnen
In de Lottree. Dien Wiev vertröstet de hungrigen Goären
Jümmer, dat Vader des Awends mit kloäternde Ficken to Hus kumt;
Awer Vader het nix, as Flökʼ un ledige Körwe.
Gelt! de Morellen inʼn Korv gaht wedder hen voär den Insaat.
 
Franß.
Fäg voär dien eigen Doär! De Satan sit up ʼet Lotto,
Un up ʼen Schaz! Wat het di de spuddige Snieder al avluxt
Mit sien Mäkern, sien ohl Huxpux un Abrakadabra? ...
Holla! mi dünkt, da gaht deTrumpeten un Pauken in Wansbäck!
 
Steffen.
Minsch, de Wind is jo Süd, un wi sünt noch midden int Lustholt,
Achter de hogen wäligen Böken un Ellern un Jpern!
Un du hörst al dat Blasen? De Poggen unkt in den Fischdiek;
Oder di klingt ok dat Ohr, wiel dien Wiev van de kloäternde Fick döhnt.
Nu wat sleist du den Boom?
 
Franß.
So will ik ehr Dönen betalen,
Wenn ik roop: En Kwatern! un se segt: Leeg, schelmische Hunsfott!
 
Steffen.
Piept nu dat Voägelken so? Sünst weer dat en ewigen Brutdanß!
Trutjen achter, un Trutjen voär, as Duffert un Düwken!
Siet dat Lottreespil, läw ji, as Katten un Hundʼ um den Mählbree.
 
Franß.
Weest du den lustigen Swier, den de pucklige Maz mit dat Hackbrett
Lezt so kräftig karjölde, dat Jumfern un Wiewer recht krieschten?
Fang et mal an; et plegt anmodig int Gröne to klingen.
 
Jaapt nich so sehr,
Mien leew Kompeer,
Na de verwünschten Deerens!
Se laat fast all
So nett un drall,
Absonderlich van fehrens!
Deels seet so fram un ehrbar ut;
Deels sünt so flink, as ene Brut,
Mit Oegeln un mit Straken
De Keerls verleewt to maken.
 
Markt ju de List!
Im Anfang isʼt
Väl anners mit en Deeren,
As na de Tied,
Wenn se het friet;
Denn will de Droos regeeren!
Den eersten Morgen heet et: Fix!
Nim du de Schört, giv mi de Büx!
Sünst jag ik ut de Plümen
Di up den Hönerwiemen!
 
Doot Dag un Nacht
Ut aller Macht,
Wat se befählt un käkelt;
Doch warter wat,
Bal düt bald dat,
Begnägelt un bemäkelt!
Da murrt un gnurrt dat Murmeldeert,
Se rümpt de Näsʼ, un dreit den Steert;
Ja vaken krieg ji Knüffel
Mit ehren spizen Tüffel!
 
Drum gäwt Gehör,
Mien leew Kompeer!
Hödt ju voär solke Gäste!
Wo oft bedrügt
En rood Gesicht,
Brun Haar, un witte Böste!
Eerst sünt se aller Framheit vull:
De Brutnacht makt se splitterdull,
Den armen Mann to brüden!
Dat mag de Kukuk lieden!
 
Steffen.
Seegst du den sinnigen Menschen, de uns beluhrdʼ, un wat upschrev,
Franß? Nu slikt he biʼt Water! De is di fast nich bi Sinnen!
 
Franß.
Steffen, mi falt wat in: De künn uns den Düwel wol bannen.
Voär en Wochener dree verkösdʼ ik em witte Johannsbeern
Un en Rükel van Rosen. He wahnt da bi den Balbeder
Wilm, den oppersten Kollektör, de so ehrlich utsüht,
Un nicht so snackt, as de annern! Da sat he achter int Lusthus.
Du! wat legen di dar voär gefährliche Böker, vull luter
Uhlen- un Kreienföt! De verstunn he to düden! un gröter,
As de Postill mit meßingsche Buckeln, worut uns de Köster
Sündags wat doär de Brill voärdroänt, wenn de Preester den Snoäw het
Ja, de Gesell versäkert, he makt sülfst lustige Riemels,
Un de gift he in Druck, as dat snaaksche Ding van de Stadlüd.
Gott vergäw mi de sware Sündʼ! Ik löw, he kan hexen!
 
Steffen.
Schall ik em nagahn?
 
Franß.
Tööw! Wi wült eerst de Treckung mit anseen!
 
Steffen.
Wat voär rare Swanen upt blaue Water da sägelt!
Bliz! se slabbert den Düwelsbanner dat Brod ut de Fingern!
Nüdlich speigelt sik rechts dat gröne verguldete Lusthus,
Mit den nakten Riesen; un linx de prächtige Sloßtoorn,
Mit en golden Markurjus, as vaken up ʼen Tabak steit!
 
Franß.
Hör! de Trumpeten un Pauken! Juchhei! de Kwatern! Lat uns ilen!
 
Steffen.
Jemini! welk en Gewöhl van Kutschen un Lüdʼ, as en Jahrmarkt!
Tööw! da wenkt en Mamsell na Morellen!
 
Franß.
Wat schehrt de Mamsell uns?
 
Steffen.
Franß, du staakst as en Hönerdeev! Poz Welt, wat voär Minschen!
Nedden de Dänschen Husaren mit blanke Sabels! un bawen
Herren mit Prüken un Tressen! De Jung, de de Nummers herut langt,
Drigt en türkischen Turban un atlaßen Mantel! De König
Makt sik gewaltige Kosten, uns arme Lüd to beriekern! ...
Wäder! de Nummers sünt jo nich recht!
 
Franß.
Dat weet doch de Kukuk! ...
Eerbärn, grootʼ Eerbärn! Morellen, söte Morellen!!

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1) De Veerlander gaht meist doär Hoorn na Wansbäk

aus: Musenalmanach für 1778, S. 221 ff.; online: books.google.de