Erwin Siverding (Hg.): Dei Buur un dat Veih

(Thema des Tages vom 30.06.2021)



Plattdeutsche Weisheiten und Redensarten

Vor gut 100 Jahren lebte noch fast jeder zweite Einwohner auf dem Land oder in einem Dorf. Die Bauernhöfe waren nicht nur Ernährer, sondern auch Arbeitsstätten. Die Nähe und der Umgang mit Nutz- und Haustieren gehörten zum Alltag. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass in vielen Sprüchen und Redewendungen der Bauer und sein liebes Vieh vorkommen.
Das Schwein füllte den Teller, die Hühner lieferten die Eier, und die Kühe sorgten für frische Milch. Das Schaf schützte die Menschen vor Kälte, die Gänse wärmten mit ihren Daunen die Betten, und der Hund bewachte Haus und Hof. Das Pferd verkürzte die Entfernungen, der Ochse zog den Pflug, der Esel brachte das Korn zur Mühle, und die Katzen hielten das Heer von Schädlingen auf dem Hof in Schach.
Damals war der Bauer aber nicht nur der Besteller seines Ackers, sondern auch ein Arbeitgeber in der Region. Viele Sprüche und Redewendungen über Bauern sind deshalb auch als Sprüche über Arbeitgeber zu verstehen.
(Verlagsangaben)

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