Gedichte und Lieder: Martha Müller-Grählert


Mine Heimat



Wo de Ostseewellen trecken an den Strand,
Wo de gäle Ginster bleuhgt in ʼn Dünensand,
Wo de Möven schriegen grell in ʼt Sturmgebrus,
Da is mine Heimat, da bün ick tau Hus.

Well un Wogenrunschen wir min Weigenlied,
Un de hohen Dünen seg´n min Kinnertied,
Seg´n uck all min Sehnsucht un min heit Begehr,
In de Welt tau fleigen öwer Land un Meer.

Woll het mi dat Leben dit Verlangen stillt,
Hät mi allens geben, wat min Herz erfüllt;
Alles is verswunden, wat mi quält un drew,
Hev dat Glück nu funnen - doch de Sehnsucht blew.

Sehnsucht na dat lütte stille Inselland,
Wo de Wellen trecken an den witten Strand,
Wo de Möven schriegen grell in ʼt Sturmgebrus,
Denn da is mine Heimat, da bün ick tau Hus!


Das Lied wurde umgedichtet in "Wo die Nordseewellen...". Erst 1936 wird ihr das Urheberrecht zugesprochen. Quelle: Sünnenkringel 1927